Vaginal-Verjüngung: Welche Methoden sich wirklich eignen - mabelle
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Minimalinvasive Schönheitsbehandlungen werden seit Jahren immer beliebter. Laut einer Erhebung der „Amerikanischen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie“ stieg die Nachfrage im Jahr 2016 um sieben Prozent – Botulinumtoxin-Anwendungen, Hyaluronsäurebehandlungen, Laser-Haarentfernung, Photo-Rejuvenation sowie chemische Peelings gehörten zu den beliebtesten Behandlungen. Ein neuer Trend im minimalinvasiven Bereich: die Vaginal-Verjüngung mittels Laser oder Radiofrequenz. Ganz ohne Operation versprechen die Verfahren schnell und einfach eine Verjüngung der Intimästhetik, sexuelle Leistungssteigerung und Hilfe bei Inkontinenz. Aber hält die Vaginal-Verjüngung mittels Laser oder Radiofrequenz wirklich, was sie verspricht?

Intimbereich - Keine Falsche Scham

Bei Problemen im Intimbereich einen Spezialisten zu konsultieren ist für Betroffene in der Regel ein großer Schritt, denn es handelt sich dabei noch immer um ein Tabu-Thema. Es gibt verschiedene Gründe, warum Damen mit dem Wunsch nach einer vaginalen Verjüngung in meine Sprechstunde kommen. Bei Patientinnen, die ihre Vulva rein aus ästhetischen Gesichtspunkten verändern möchten, hängt dies oft mit dem Trend der vollständigen Intimrasur zusammen. Denn: Die vergrößerten inneren Schamlippen kommen deutlicher zum Vorschein und dies empfinden Viele als störend. Bei einer Operation werden die inneren Schamlippen so verkleinert, dass sie bündig mit den äußeren Schamlippen sind und der gesamte Intimbereich wieder jung aussieht. Ein anderer Teil der Patientinnen hat mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen. Aufgrund des Alters, starken Gewichtsschwankungen sowie nach Geburten zeigen sich im Intimbereich oft Gewebeschwächen. Aufgrund der geweiteten Vaginalöffnung oder ausgedehnten Schamlippen fühlen sich die Betroffenen nicht nur unwohl, es kann auch zu Stress- bzw. Belastungsinkontinenz und sexuelle Störungen kommen.

Neue Methoden mit Radiofrequenz- und Lasertechnik

Während früher nur eine Operation zur Vaginal-Verjüngung infrage kam, setzten heute neue Verfahren auf Radiofrequenz und Lasertechnik, um unterschiedliche Gewebebereiche der Scheide zu regenerieren. Bei der Radiofrequenzbehandlung kommt es zu einer Gewebserwärmung der tiefen Gewebsschichten durch die speziellen Wellenlängen der Radiofrequenz. Durch die Hitzeeinwirkung kommt es zu einer Ödembildung im behandelnden Gewebsareal, verbunden mit spezifischen Entzündungsprozessen, die in Reparaturprozesse umgewandelt werden. Das Prinzip der Vaginal-Verjüngung mittels Laser ist sehr ähnlich. Der Laser erzeugt minimale Verletzungen, wodurch das Gewebe zur Selbstheilung, Straffung und Aufbau neuer Schleimhäute angeregt wird. Die nahezu schmerzfreien Behandlungen können ambulant und in der Regel ohne Betäubung durchgeführt werden. Aktuell warnt die zentrale Gesundheitsbehörde des amerikanischen Gesundheitsministeriums (FDA) vor dem Einsatz von energiebasierten Behandlungsmethoden, da es zu schwierigen Komplikationen, wie Verbrennungen oder Narben im Vaginalbereich, Schmerzen beim Sexualakt und chronischen Schmerzen kommen kann.

Vaginalverjüngung: Doch lieber mit Skalpell oder Hyaluronsäure?

Ich führe vaginale Verjüngungen in meiner Klinik am Bodensee wöchentlich durch und wende erprobte Methoden an. Für eine Vaginalstraffung kommen – je nach Ausprägung – verschiedene Behandlungen in Frage. Bei ausgeprägten Befunden ist ein eine Scheidenplastik ratsam. Dabei wird das vordere Scheidengewölbe operativ in Vollnarkose gerafft. Das gleiche ist in manchen Fällen auch für das hintere Scheidengewölbe notwendig, nämlich dann, wenn sich der Darm zu sehr in die Scheide vorwölbt. Beides führt zwangsläufig zu einer Verengung der Scheide. Die Operation dauert in der Regel nicht länger als eine halbe Stunde. Da lediglich eine minimale Naht gemacht wird, kann die Patientin bereits am nächsten Tag die Klinik verlassen und nach acht Tagen ist die Wunde verheilt. Die Kosten für die Behandlung belaufen sich auf ca. 2.000 Euro. Sofern nur eine mäßige Weitung der Vagina vorliegt, besteht auch die Möglichkeit einer Verengung durch eine Unterfütterung des Scheidenkanals mit Hyaluronsäure. Dieser Eingriff ist besonders schonend, hinterlässt keine Narben und kann mit örtlicher Betäubung in ambulanter Behandlung durchgeführt werden. Zu beachten ist, dass die Hyaluronsäure mit der Zeit resorbiert wird und nach 8 bis 16 Monaten eine erneute Injektion erforderlich ist, um den verengenden Effekt aufrechtzuerhalten.

Betroffene Damen sollten sich vorab ausführlich von dem behandelnden Gynäkologen zu den operativen und nicht-operativen Behandlungsmethoden beraten lassen – insbesondere hinsichtlich der möglichen Risiken und Komplikationen. Ebenso werden weiterführende Studien zeigen, inwiefern die Behandlungsmöglichkeiten mittels Laser oder Radiofrequenz geeignet sind, bei der vaginalen Gewebserschlaffung eingesetzt zu werden.

About:

Prof. Dr. Dr. med. Werner Mang ist ärztlicher Direktor der Bodenseeklinik, Klinik für Äshetische und Plastische Chirurgie und Präsident der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin (IGÄM e. V.).

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