Lipödem: Wenn Fettzellen krankhaft wuchern - mabelle
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Bunte Seile um das Bein einer Frau gespannt

Manchmal fühlt man sich nicht so ganz wohl in seinem Körper, die Jeans kneift, das Kleid addiert ein paar Kilos und sah am Model im Katalog sowieso viel besser aus. Aber auch eine Diät bringt nicht schnell genug die erhofften Resultate. Problemröllchen drohen, sich zu Problemgebieten auszuweiten.

Nackte Beiner dreier Frauen

91 Prozent aller deutschen Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden und das beschriebene Szenario trug sich wohl schon vor fast jedem Ganzkörperspiegel zu. Doch wenn Disziplin, gesunde Ernährung und viel Sport die Pfunde partout nicht schmelzen lassen, sondern die Oberschenkel unaufhaltsam an Volumen gewinnen und jede Bewegung zunehmend schmerzt, klingt das zunächst nach einem Albtraum – für Lipödem-Patientinnen ist genau das traurige Realität.

Die Krankheit Lipödem ist weit verbreitet und dennoch verhältnismäßig unbekannt. Der Grund dafür ist, dass sich die meisten Frauen eher zurückziehen und die Schuld für ihren makelhaften Körper bei sich selbst suchen. Es folgen ergebnislose Diäten, exzessiver Sport, Versagensgefühle und Selbsthass. Darum ist es besonders wichtig zu betonen, dass die Betroffenen weder selbst schuld an ihrem überproportionalen Arm- und Beinumfang sind, noch mit herkömmlichen Mitteln dagegen ankommen können.

Beim Lipödem vermehren sich die krankhaft veränderten Fettzellen unkontrolliert. Im weiteren Verlauf der Krankheit nehmen vor allem die Beine an Umfang zu. Zwischen den Fettzellen bilden sich Ödeme, Wassereinlagerungen, die auf das Gewebe drücken und schmerzen. Als Ursachen für ein Lipödem werden genetische Veranlagung oder hormonelle Störungen vermutet. Auch wenn viele Patientinnen mit Lipödem auch unter starkem Übergewicht leiden, hat das Körpergewicht keinen Einfluss auf das Ausbrechen der Krankheit. Auch sehr schlanke oder normalgewichtige Frauen können von einem Lipödem betroffen sein. In Deutschland leiden rund 3 Millionen Frauen unter der als unheilbar geltenden Fettverteilungsstörung. Die Krankheit wird oft erst spät erkannt, im Schnitt vergehen 15 Jahre bis die Patientin endlich einen Namen für ihr Leiden hat. Meist haben sich zu diesem Zeitpunkt schon Wassereinlagerungen gebildet und langes Stehen ist nur noch unter großen Schmerzen möglich.

Die von Krankenkassen übernommene Therapie besteht aus Lymphdrainagen und Kompressionsstrümpfen. Beide Behandlungsmethoden verschaffen zwar Linderung und verlangsamen das Fortschreiten der Krankheit, eine wirkliche Entlastung für mehrere Jahre schafft aber nur eine Therapie:

Die Liposuktion

Über einen kleinen oberflächlichen Schnitt wird eine Kanüle in das betroffene Gebiet eingeführt und die krankhaften Fettzellen abgesaugt. Zellen, die einmal entfernt wurden, wachsen grundsätzlich nicht mehr nach. Allerdings gibt es noch zu wenige Langzeitstudien um Rückfälle komplett ausschließen zu können. In jedem Fall bietet eine Fettabsaugung der Patientin aber eine deutliche Schmerzreduktion und ästhetische Korrektur. Als besonders schonend für die Lymphgefäße haben sich die Wasserstrahl-Assistierte-Liposuktion und die Vibrationslipolyse bewährt. Patientinnen, die sich für eine Fettabsaugung entscheiden, um ihr Leiden zu verringern, müssen die Kosten von 4.000 bis 5.000 Euro bisher noch aus eigener Tasche bezahlen.

Bald eine Kassenleistung?

Anfang dieses Jahres wurden die Eckpunkte einer Studie festgelegt, die Aufschluss über die Vor- und Nachteile einer Liposuktion bei Lipödem geben soll. Auf Grundlage dieser Studie wird eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob die Fettabsaugung eine Alternative zu konservativen, nicht-operativen Methoden darstellt und ob gesetzliche Krankenkassen in Zukunft die Kosten einer Fettabsaugung bei Lipödem tragen müssen. Momentan laufen die Vorarbeiten, die ersten Studienteilnehmerinnen werden voraussichtlich 2020 ausgewählt und die Laufzeit der Studie beträgt drei Jahre.

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