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Fettabsaugen Kosten und Preisbeispiele

Geprüfte medizinische Inhalte
Prof. Dr. med. Laszlo Kovacs

Kosten für Fettabsaugen

Fettabsaugen kostet je nach Umfang zwischen 900 Euro und 8.800 Euro[1]. Der Preis einer Fettabsaugung hängt stark ab von der Menge des abzusaugenden Fettgewebes (und somit der Dauer der OP) und der gewählten Methode. Das ausführliche Beratungsgespräch mit dem Facharzt ist somit für Patienten wichtig für eine Klarheit zu den tatsächlich anfallenden Kosten.

Was kostet eine Fettabsaugung je nach Körperzone?

Körperstelle Kosten

Fettabsaugung Kosten Bauch:

2.000 – 5.000 Euro

Fettabsaugung Kosten Bauch mit Hüfte:

2.500 – 6.300 Euro

Fettabsaugung Kosten Hüfte:

1.300 – 4.000 Euro

Fettabsaugung Kosten Hüfte mit Po:

6.000 – 7.000 Euro

Fettabsaugung Kosten Po:

3.000 – 4.500 Euro

Fettabsaugung Kosten Reiterhosen:

2.000 – 4.000 Euro

Fettabsaugung Kosten Oberschenkel:

2.500 – 7.000 Euro

Fettabsaugung Kosten Waden:

1.500 – 3.500 Euro

Fettabsaugung Kosten Lipödem:

4.000 – 8.000 Euro

Fettabsaugung Kosten Arme:

1.900 – 2.700 Euro

Fettabsaugung Kosten Brust:

1.900 – 3.500 Euro

Fettabsaugung Kosten Knie:

1.000 – 4.000 Euro

Fettabsaugung Kosten Kinn:

900 – 2.000 Euro

Fettabsaugung Kosten Fesseln:

2.000 – 2.500 Euro

Kosten Six-Pack-OP:

7.000 – 8.800 Euro

Kosten BodyTite:

ca. 1.000 Euro Zuzahlung

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Fettabsaugen an Bauch, Po und Hüfte

Die gefragtesten Körperzonen für eine Fettabsaugung sind Bauch, Po und Hüfte. Die Kosten belaufen sich dabei auf 1.300 bis 5.000 Euro, wobei das Fettabsaugen am Bauch für gewöhnlich die kostenintensivste Behandlung ist. Das Fettabsaugen an den Armen ist dazu im Vergleich mit bis zu 2.700 Euro etwas günstiger. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Liposuktion als Kombinationsbehandlung durchgeführt wird. Eine Fettabsaugung von Hüfte und Po kostet beispielsweise rund 6.000 bis 7.000 Euro, während bei einer Kombination aus Ober- und Unterschenkel mit ca. 7.000 Euro gerechnet werden muss.

Fettabsaugung an Knie, Kinn und Knöcheln

Kleinere Areale wie das Kinn oder die Fesseln (Fußknöchel) liegen preislich darunter und können bis zu 2.500 Euro kosten. Werden nicht die gesamten Beine, sondern nur das Fettgewebe am Knie abgesaugt, können sich die Kosten auf bis zu ca. 4.000 Euro belaufen. Werden drei kleinere Zonen miteinander kombiniert, geben manche Kliniken einen Preisnachlass. Die endgültigen Kosten können sich dabei auf ungefähr 6.500 belaufen.

Liposuktion bei Lipödem

Wird die Liposuktion nicht aus ästhetischen Gründen, sondern aufgrund einer chronischen Fettverteilungsstörung (Lipödem) durchgeführt, wird die sogenannte wasserstrahl-assistierte Liposuktion angewandt, um das Gewebe zu schonen.

Die Kosten für eine wasserstrahl-assistierte Liposuktion bei Lipödem (WAL-Liposuktion) liegen preislich zwischen rund 4.000 und 8.000 Euro. Ein Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, die dazu führt, dass vor allem Beine und Arme stark an Umfang zunehmen. Die so entstehenden Wassereinlagerungen verursachen zudem Schmerzen. Sport und Gewichtsabnahme haben keinen Einfluss auf das Lipödem – als Ausweg bleiben nur konservative oder letztendlich operative Methoden.

Da das Gewebe bei Lipödem-Patientinnen bereits vorgeschädigt ist, wird zur operativen Behandlung bevorzugt die, als vergleichsweise schonend geltende, WAL-Liposuktion angewendet. Um die betroffenen Regionen komplett zu behandeln, sind bei einem leichten bis mittelstark ausgeprägten Lipödem in der Regel mindestens zwei Eingriffe nötig. Deshalb können die Gesamtkosten hier höher sein als etwa bei einer Fettabsaugung am Oberschenkel ohne Lipödem.

Fettabsaugen beim Mann

Für Männer kommt in vielen Fällen auch eine Fettabsagung an der Brust infrage, wenn sich aufgrund von Fettansammlungen eine weibliche Brust abzeichnet. In medizinischen Kreisen wird in diesem Fall auch von einer "falschen" Gynäkomastie gesprochen, da die Brustbildung nicht genetischer Natur, sondern auf überfüssiges Fettgewebe zurückzuführen ist. Die Gynäkomastie-Behandlung kostet für gewöhnlich zwischen 1.900 und 3.500 Euro.

Six-Pack durch eine Fettabsaugung

Bei der immer beliebter werdenden Six-Pack-OP, die sowohl für Frauen als auch für Männer infrage kommt, werden mithilfe einer speziellen Liposuktionstechnik die Fettzellen zwischen den Bauchmuskeln abgesaugt, ohne die Gefäße und Nerven zu beschädigen. Das "gewonnene Fett" kann – je nach Wunsch des Patienten – an anderen Stellen zur Körperformung eingebracht werden. Die Kosten für eine Six-Pack-OP belaufen sich auf 7.000 bis 8.800 Euro.

Liposuktion mit BodyTite

BodyTite ist eine spezielle Technik der Fettabsaugung, die gleichzeitig auf die Straffung der Haut abzielt. Nachdem das Fett an den betroffenen Stellen abgesaugt wurde, wird anschließend mittels Radiofrequenz die Straffung der Kollagen- und Elastinfasern vorgenommen. Für Patienten, die nach der Fettabsaugung hängende Hautschürzen vermeiden wollen, gibt es daher die Möglichkeit, BodyTite mit Kosten von ca. 1.000 Euro Aufpreis zum Fettabsaugen in Anspruch zu nehmen.

Preise für Fettabsaugen nach Kliniken und Ärzten

Preisunterschiede für Fettabsaugen kommen auch durch unterschiedliche Honorarvorstellungen der Ärzte und regionale Unterschiede zustande. Aber auch die angewandte Behandlungsmethode und der operative Aufwand machen sich im Preis bemerkbar. Die folgenden realen Kosten für Fettabsaugen stammen aus dem myBody® Klinikfinder:

Preis- und Patientenbeispiele Fettabsaugen

Die Kosten für Fettabsaugen sind so individuell wie die körperlichen Voraussetzungen der Patienten. Preisbestandteile sind unter anderem der operative Aufwand – also die zu entferndene Fettmenge und die angewandte Behandlungsmethode – sowie die jeweilige Honorarvorstellung des behandelnden Arztes. Noch mehr Preis- und Patientenbeispiele wie beispielsweise verschiedene Preisbeispiele für das Fettabsaugen an Bauch und Hüfte oder die Fettabsaugung an den Beinen finden Sie unter Fettabsaugen: Preisbeispiele.

Preisbeispiel zum Fettabsaugen an Bauch und Hüfte für 5.230 Euro

Körperareal:

Hüfte und Unterbauch 

Zonen:

2

Absaugvolumen:

1,5 Liter**

Hüftumfang vorher/nachher:

79 cm / 77 cm

Kleidergröße vorher/nachher:

34 / 32

Methode:

Laserliposuktion

Zeitaufwand:

ca. 1,5 Stunden

Narkoseart:

Vollnarkose

Stationärer Aufenthalt:

ambulant

Gesamtkosten*:

5.230 Euro

Preisbeispiel zum Fettabsaugen bei Reiterhosen für 6.170 Euro

Körperareal:

Reiterhosen (Po- und Oberschenkelregion)

Zonen:

2

Absaugvolumen:

2,5 Liter**

Hüftumfang vorher/nachher:

109 cm/ 104 cm

Kleidergröße vorher/nachher:

46/42

Methode:

Ultraschallvorbehandlung & vibrationsassistierte Liposuktion (VAL)

Zeitaufwand:

ca. 3 Stunden

Narkoseart:

Lokalanästhesie

Stationärer Aufenthalt:

ambulant

Gesamtkosten*:

6.170 Euro

Preisbeispiel zur Fettabsaugung am Kinn für 1.740 Euro

Körperareal:

Kinn

Zonen:

1

Absaugvolumen:

80 Milliliter**

Methode:

Tumeszenztechnik

Zeitaufwand:

ca. 40 Minuten

Narkoseart:

Lokalanästhesie

Stationärer Aufenthalt:

ambulant

Gesamtkosten*:

1.740 Euro

*Die hier genannten Preise sind Gesamtpreise inklusive aller Kostenbestandteile wie beispielsweise Arzthonorar, Anästhesie und Mehrwertsteuer und wurden im Rahmen des ärztlichen Beratungsgesprächs unter Berücksichtigung der individuellen körperlichen Voraussetzungen des Patienten festgelegt. **Absaugvolumen in Litern entspricht nicht dem abgenommenem Körpergewicht in Kilogramm

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Kostentransparenz durch Preisangaben

Alle myBody zertifizierten Kliniken veröffentlichen auf myBody.de Preise für ihre Leistungen. Die Behandlungskosten sind so bereits vor der Kontaktaufnahme für Patient*innen ersichtlich.

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Was muss ich bei Billigangeboten beachten?

Ein Angebot, das deutlich unter dem aufgerufenen Preis von Wettbewerbern liegt, sollte eingehend geprüft werden. Es kann sein, dass es sich nicht um einen Komplettpreis handelt und im Nachhinein ein böses Erwachen droht, weil zum Beispiel die Nachsorge und der Klinikaufenthalt nicht inbegriffen sind. Die Klinik könnte außerdem an der individuellen Betreuung sparen, Voruntersuchungen von Praxismitarbeitern oder einem Arzt mit wenig Erfahrung durchführen lassen. Dabei ist der persönliche Austausch von Patientin und operierendem Arzt für ein zufriedenstellendes Ergebnis unbedingt nötig. Wenn der genannte Preis stutzig macht, sollten Sie die Unklarheiten ansprechen und sich die Kostenbestandteile detailliert aufschlüsseln lassen. Eine seriöse Klinik macht aus den tatsächlichen Kosten kein Geheimnis.

Warum ist meine Fettabsaugung teurer als der zuerst genannte Preis?

Für einen höheren Preis im finalen Kostenvoranschlag kann es verschiedene Gründe geben, die Ihnen Ihr Arzt erklären sollte. Möglicherweise ist der zu erwartende Aufwand größer als zunächst angenommen oder es ist eine spezielle Technik erforderlich. Vielleicht versucht die Klinik aber auch mit günstigen Angeboten zu locken, die sie dann nicht halten kann. Gibt es keine zufriedenstellende Erklärung für die Mehrkosten, sollten Sie darüber nachdenken, zusätzlich Angebote von anderen Kliniken einzuholen.

Kann ich sparen, wenn ich gleich mehrere Zonen absaugen lassen?

In der Tat ist eine Kombi-OP bei kleineren Zonen vergleichsweise günstiger, als wenn diese getrennt von einander behandelt würden. Schließlich fallen so nur einmal Kosten für Anästhesie, OP-Saal-Belegung, Beratung und Nachsorge an.

Kostet eine Fettabsaugung beispielweise 3.300 Euro an der Hüfte und 3.500 Euro am Bauch, kann die Klinik eine Kombi-Behandlung für 4.500 Euro anbieten. Die Summe der Einzelbehandlungen läge bei 6.800 Euro. Die Gesamtkosten wären bei einer Kombi-Behandlung also vergleichsweise günstiger als zwei seperate Eingriffe, jedoch nicht günstiger als die Kosten des einzelnen Bereichs. Sollte aber die Überlegung im Raum stehen, an mehreren Körperstellen Fett absaugen zu lassen, lohnt es sich auf jeden Fall einen etwas größeren Eingriff zu planen und diesen von der Klinik individuell kalkulieren zu lassen.

Welchen Einfluss hat die Menge an abgesaugtem Fett auf den Preis?

Wie viel Fett tatsächlich abgesaugt werden kann, ist im Vorfeld nicht auf den Milliliter genau bestimmbar. Vor der Operation sollten Arzt und Patientin besprechen, welches Ergebnis gewünscht wird und der Arzt kalkuliert daraufhin die ungefähre Absaugmenge, Technik und Dauer der OP. Wie viel Fett genau abgesaugt wurde, hat dann in der Regel keine Auswirkungen mehr auf den Preis. Oft kommt es vor, dass Patienten eine konkrete Kiloanzahl verlieren möchten, was in der Realität oft nicht genau vorherzusagen ist:

Was kosten 5 Liter Fettabsaugen?

Die Preise für eine Fettabsaugung orientieren in der Regel nicht nach den abgesaugten Litern, sondern der Größe und Fettmenge der Zonen. Bei einer Menge von 5 Litern, was ca. der durchschnittlichen Menge bei einer größeren Fettabsaugung entspricht, können sich die Kosten auf ungefähr 2.500 bis 6.000 Euro belaufen.

Was kostet es, sich 10 Kilogramm Fett absaugen zu lassen?

Wichtig ist, dass die abgesaugte Literanzahl nicht automatisch in Kilogramm umgerechnet werden kann. Ein Gewichtsverlust von bis zu 10 kg wird meist nur bei sehr umfangreichen Fettabsaugungen verzeichnet. In manchen Fällen werden größere Liposuktionen auch in zwei Sitzungen aufgeteilt. Die Kosten für großflächiges Fettabsaugen bewegen sich meist zwischen 5.500 und 8.200 Euro.

Kostenbestandteile von Fettabsaugen

Die Kosten für Fettabsaugen setzen sich erfahrungsgemäß aus verschiedenen Komponenten zusammen, welche sich wiederum auf die Zeit vor, während und nach dem Eingriff aufteilen. Für einen detaillierteren Überblick: Fettabsaugen: alle Kostenbestandteile

Vor dem Eingriff

  • Beratungsgespräch inklusive Voruntersuchung

Während dem Eingriff

  • OP-Saal und Technik
  • Anästhesist
  • Plastischer Chirurg
  • OP-Team
  • Fettabsaugen

Nach dem Eingriff

  • Klinikaufenthalt (fallabhängig)
  • Spezielle Miederhose oder Kompressionsverband
  • Medizinische Nachsorge (1 - 2 Termine)

Ist der Eingriff unter lokaler Betäubung günstiger?

Eine lokale Betäubung ist weniger aufwendig und demnach günstiger als eine Vollnarkose. Sie kommt bei Fettabsaugungen aber nur bei kleineren Arealen überhaupt in Frage und ist definitiv keine Stellschraube zum Einsparen von Kosten. Wenn der Arzt zu einer Vollnarkose rät, hat das medizinische Gründe und kommt letztendlich Ihnen zugute.

Wie viel kostet ein Kompressionsmieder?

Die Art des Kompressionsmieders hängt von der behandelten Körperstelle ab. Ein Mieder für die Bauchregion kostet ab 50 Euro, eine spezielle Miederhose für Bauch und Oberschenkel liegt preislich etwas höher. Viele Ärzte empfehlen ganz bestimmte Modelle, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben und auf deren Kompressionseffekt sie vertrauen.

Rechnung für eine Fettabsaugung: Beispiel

Leistungstext Betrag €

Eingehende Beratung mind. 10 Minuten

20,10 €

Untersuchung, symptombezogen

10,72 €

Fotodokumentation

67,05 €

OP Aufklärung

40,23 €

Präoperative Anzeichnung

10,72 €

Injektion, s.c./s.m./i.c./i.m.

5,36 €

Infiltrationsanästhesie großer Bezirke, Parazervikalanästhesie

64,86 €

Liposuktion

1072,44 €

Visite

9,38 €

Zweitvisite

6,69 €

Summe des ärztlichen Honorars gemäß GOÄ:

1.307,55 €

Auslagen aus dem Anhang:

860 €

Zwischensumme:

2.167,55 €

Umsatzsteuer (19 %):

411,83 €

Gesamter Rechnungsbetrag:

2.579,38 €

Auszug aus einer echten Rechnung für eine Fettabsaugung am Bauch auf Basis der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Kosten hängen von den individuellen Voraussetzungen und der OP-Technik ab. Die tatsächlichen Kosten können somit von diesem Beispiel abweichen.
 

Auslagen zur Rechnung für Fettabsaugen

Artikelbezeichnung Preis €

Übernachtung Doppelzimmer:

60,00 €

Mieder:

60,00 €

Vollnarkose:

250,00 €

OP-Nutzung:

490,00 €

Zwischensumme:

860,00 €

Umsatzsteuer (19%):

163,40 €

Summe der Auslagen*:

1.023,40 €

Die Auslagen, welche die Zusatzkosten einer Fettabsaugung wie Klinikaufenthalt, Kompressionsmieder, Anästhesie sowie den OP-Saal umfassen, werden hingegen nicht nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die Kosten können je nach Patient variieren, beispielsweise hinsichtlich der gewünschten Unterbringungsmöglichkeiten innerhalb der Klinik. Trotzdem sind die Auslagen in der Gesamtrechnung enthalten und müssen daher nicht zusätzlich gezahlt werden

Einen detaillierten Überblick zu den einzelnen Rechnungsposten gemäß der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) finden Sie hier: Rechnungsbestandteile einer Fettabsaugung nach der GOÄ

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Da eine Fettabsaugung (Liposuktion) in der Regel aus rein ästhetischen Gründen vollzogen wird, sind die dabei entstehenden Kosten selbst zu tragen. Dies betrifft auch den Klinikaufenthalt und alle Zusatzkosten durch eventuelle Nachbehandlungen aufgrund von Komplikationen oder zur Korrektur.

Bei krankhaftem Übergewicht ist das Fettabsaugen keine anerkannte und keine effektive Therapie. Die Krankenkasse übernimmt in diesem Fall eher eine Ernährungberatung oder eine Magenverkleinerung. Operationskosten übernehmen die Krankenkassen grundsätzlich nur, wenn es eine medizinische Notwendigkeit für den Eingriff gibt.

Wird eine Fettabsaugung bei Lipödem von der Krankenkasse übernommen?

Bei einer Fettverteilungsstörung (Lipödem) übernimmt die Krankenkasse, unter bestimmten Bedingungen, bereits Behandlungskosten. Das Lipödem muss sich im dritten Stadium befinden und der BMI muss unter 35 liegen[3]. Außerdem muss der Patient über einen Zeitraum von sechs Monaten versucht haben, sein Lipödem mit konservativen Methoden zu behandeln. Konservative Methoden sind etwa eine Bewegungstherapie, Lymphdrainage und Kompressionswäsche[4].

Auch vor diesem Beschluss gab es bereits einige Gerichtsurteile, die Patientinnen mit Lipödem, welches laut Gutachten nicht konservativ therapiert werden konnte, Recht zusprachen und auf deren Grundlage die Fettabsaugung von der Krankenkasse übernommen werden musste.

Die Liposuktion hat sich zwar als effektive Behandlungsmethode bei Lipödem erwiesen, Patientinnen die nicht die Voraussetzungen einer Kostenübernahme erfüllen, müssen aktuell jedoch weiterhin mit der Standardtherapie der Krankenkassen aus Lymphdrainagen und Kompressionswäsche vorlieb nehmen.

Gerichtsurteil: Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Fettabsaugung

In einem Gerichtsbeschluss aus dem Jahre 2021 wurde zugunsten der betreffenden Patientin eine gerechtfertigte Kostenübernahme der Liposuktion entschieden. Aufgrund einer massiven körperlichen Einschränkung durch krankhaftes Übergewicht und den daraus resultierenden Wundstellen beschloss das Sozialgericht Dortmund eine Kostenübernahme der Liposuktion durch die Krankenkasse in Höhe von rund 3.500 Euro. Die Kostenübernahme wurde durch die Überschreitung der fünfwöchigen Frist zur Prüfung des Sachverhalts durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung rechtens. Da innerhalb dieser fünf Wochen keine schriftliche Entscheidung seitens der Krankenkasse erfolgte, galt die Kostenübernahme für die Liposuktion wegen Fristblaufs als genehmigt. 

Rechtsanwalt Tobias Rist, Fachanwalt für Medizinrecht
Quelle: SG Dortmund Urt. v. 28.6.2021 – S 65 KR 4406/19 WA, BeckRS 2021, 25672

Finanzierung für Fettabsaugen

Vereinzelte Banken bieten mittlerweile zinsgünstige Medizinkredite an, die auf die individuellen Anforderungen der Patienten abgestimmt sind. Meist können sowohl die Laufzeit als auch die Monatsrate nach individuellem Wunsch gestaltet werden. Häufig bietet auch der behandelnde Facharzt selbst individuelle Teilzahlungsangebote oder kooperiert mit vertrauenswürdigen Kreditanbietern, die einen persönlichen Finanzierungsplan für den Patienten aufstellen.

Eine Finanzierung könnte demnach wie folgt aussehen: Mit einem Zinsatz von 4,15 Prozent beläuft sich die monatliche Rate, bei einer Fettabsaugung am Bauch mit einer Finanzierungssumme von 2.500 Euro und einer Laufzeit von 60 Monaten, auf 44 Euro. Weitere Finanzierungsbeispiele finden Sie unter Fettabsaugen: Finanzierung.

Wie gehe ich vor, wenn ich meine Fettabsaugung in Raten zahlen will?

Zunächst sollten Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeiten einer Finanzierung sprechen. Viele Kliniken bieten bereits eigene Ratenzahlungsmodelle an oder haben Erfahrungswerte beziehungsweise Kooperationen mit spezialisierten Dienstleistern, welche Ihnen den Finanzierungsprozess vereinfachen.

Rechtstipp: Höhe der Beratungsgebühr ist nicht vorgeschrieben

"Die sogenannte Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) regelt die Honorierung der ärztlichen Leistungen in Deutschland. Diese Rechtsvorschrift besagt u.a., dass jede Tätigkeit des Arztes eine entsprechende Gebühr auslöst, die auch berechnet werden muss. Dies gilt von der telefonischen Beratung bis hin zur umfangreichen Operation. Das besondere an der GOÄ ist jedoch, dass dem Arzt für jede Tätigkeit ein gewisser Spielraum bei der Höhe der Kosten zugesprochen wird. Es lohnt sich daher im Vorfeld nachzufragen, welche konkreten Kosten der Arzt für das Beratungsgespräch berechnet.

Rechtsanwalt Tobias Rist, Fachanwalt für Medizinrecht

Preisentwicklung der Kosten für Fettabsaugungen in Deutschland

Der Durchschnittspreis für eine Fettabsaugung in Deutschland liegt derzeit bei 4.260 Euro (myBody GeKIS, Stand 1/2023).[2] Bei kleineren Zonen, wie Kinn oder Knie, liegen die Kosten meist im unteren bis mittleren Bereich der üblichen Preisspanne von 900 bis 4.000 Euro. Damit sich der Gesamtaufwand und die Kosten relativieren, werden diese Körperstellen oft zusammen mit anderen Bereichen, in einer Sitzung, behandelt. Dadurch ist der Aufwand deutlich geringer, als wenn alle Bereiche separat behandelt würden.

Diagramm Preisentwicklung Fettabsaugen in Deutschland

Was kostet Fettabsaugen in Deutschland?

Zur Orientierung, was Schönheits-OPs mit hochwertigen medizinischen Produkten bei qualifizierten Fachärzten realistisch kosten, gibt myBody alle 6 Monate einen Preisindex heraus. Der sogenannte myBody® GeKIS (GesamtkostenIndex Schönheitsoperationen) basiert auf echten Preisen von durchgeführten OPs.

Ausführliche Dokumentation der Preise für Fettabsaugen seit 2008:

  • 1/2023: 4.260 Euro (+4,2 Prozent im Vgl. GeKIS 2/22)
  • 2/2022: 4.090 Euro (+1,5 Prozent im Vgl. GeKIS 1/22)
  • 1/2022: 4.030 Euro (+5,8 Prozent im Vgl. GeKIS 2/21)
  • 2/2021: 3.810 Euro (+2,7 Prozent im Vgl. GeKIS 1/21)
  • 1/2021: 3.710 Euro (+1,1 Prozent im Vgl. GeKIS 2/20)
  • 2/2020: 3.670 Euro (-3,7 Prozent im Vgl. GeKIS 1/20)
  • 1/2020: 3.810 Euro (+1,9 Prozent im Vgl. GeKIS 2/19)
  • 2/2019: 3.740 Euro (-1,3 Prozent im Vgl. GeKIS 1/19)
  • 1/2019: 3.790 Euro (+4,7 Prozent im Vgl. GeKIS 2/18)
  • 2/2018: 3.620 Euro (+2,5 Prozent im Vgl. GeKIS 1/18)
  • 1/2018: 3.460 Euro (-2,0 Prozent im Vgl. GeKIS 2/17)
  • 2/2017: 3.530 Euro (+2,9 Prozent im Vgl. GeKIS 1/17)
  • 1/2017: 3.430 Euro (+6,5 Prozent im Vgl. GeKIS 2/16)
  • 2/2016: 3.220 Euro (-3,6 Prozent im Vgl. GeKIS 1/16)
  • 1/2016: 3.340 Euro (+4,7 Prozent im Vgl. GeKIS 2/15)
  • 2/2015: 3.190 Euro (+1,6 Prozent im Vgl. GeKIS 1/15)
  • 1/2015: 3.140 Euro (-6,0 Prozent im Vgl. GeKIS 2/14)
  • 2/2014: 3.340 Euro (-0,6 Prozent im Vgl. GeKIS 1/14)
  • 1/2014: 3.360 Euro (+1,5 Prozent im Vgl. GeKIS 2/13)
  • 2/2013: 3.310 Euro (+0,9 Prozent im Vgl. GeKIS 1/13)
  • 1/2013: 3.280 Euro (-5,2 Prozent im Vgl. GeKIS 2/12)
  • 2/2012: 3.460 Euro (-7,2 Prozent im Vgl. GeKIS 1/12)
  • 1/2012: 3.730 Euro (+5,4 Prozent im Vgl. GeKIS 2/11)
  • 2/2011: 3.540 Euro (+2,2 Prozent im Vgl. GeKIS 1/11)
  • 1/2011: 3.465 Euro (-2,4 Prozent im Vgl. GeKIS 2/10)
  • 2/2010: 3.550 Euro (+4,1 Prozent im Vgl. GeKIS 1/10)
  • 1/2010: 3.410 Euro (-5,5 Prozent im Vgl. GeKIS 2/09)
  • 2/2009: 3.608 Euro (+1,9 Prozent im Vgl. GeKIS 1/09)
  • 1/2009: 3.540 Euro (-1,9 Prozent im Vgl. GeKIS 2/08)
  • 2/2008: 3.512 Euro

Mehr zum GeKIS und den aktuellen Preisen für die beliebtesten Schönheits-OPs: GeKIS: Gesamtkostenindex Schönheitsoperationen

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Quellennachweis

1. myBody Klinikfinder: www.mybody.de/fettabsaugen-suchergebnis.html (abgerufen am 18.10.2022)
2. Gesamtkostenindex Schönheitsoperationen (GeKIS ) 2/2022: www.mybody.de/gekis.html (abgerufen am 18.10.2022)
3. Lipödemportal.de: www.lipoedemportal.de/aktuelle-informationen-lipoedem.html (abgerufen am 18.10.2022)
4. myBody News, 07. Januar 2020: "Die Krankenkasse zahlt jetzt Fettabsaugungen bei Lipödem – mit diesen Einschränkungen". Elektronisches Dokument: www.mybody.de/mybody-schoenheit-news/artikel/krankenkasse-zahlt-fettabsaugung-bei-lipoedem-2020010701.html (abgerufen am 18.10.2022)

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