Was Patienten bei einer Fettabsaugung beachten sollten - mabelle
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Der Sommer kommt immer schneller als gedacht: Und genau deshalb arbeiten die meisten Menschen bereits im Frühjahr an ihrer Bikinifigur. Das Problem: Einige Fettpolster verschwinden auch durch eine gesunde Ernährung und Sport nicht. Warum das so ist und wie eine Fettabsaugung Betroffenen zu ihrem Traumkörper verhelfen kann, erklärt Dr. Jens Altmann, leitender Arzt der Bodenseeklinik und Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.

mabelle: Herr Dr. Altmann, warum wollen einige Fettdepots an unserem Körper – egal wie sehr wir uns „abstrampeln“ – einfach nicht verschwinden?

Dr. Jens Altmann: Manche Problemzonen verschwinden weder durch Sport noch durch strenge Diäten, denn: An welchen Stellen das Fett verschwindet, ist nicht beeinflussbar. Wird Fett abgebaut, kann dies statt an Problemzonen auch an ungewollten Stellen, beispielsweise der Brust, passieren. Viele Frauen – und zunehmend auch Männer – möchten sich damit nicht zufriedengeben und entscheiden sich für eine Fettabsaugung.

mabelle: Was kann durch eine Fettabsaugung erreicht werden?

Dr. Jens Altmann: Durch eine Fettabsaugung, auch Liposuktion genannt, können an vielen Körperstellen risikoarm Fettdepots dauerhaft entfernt werden. Dabei können auch ungleichmäßige Körperpartien ausgeglichen, eingezogene Narben eingeebnet und das Hautbild – beispielsweise bei Cellulite – verbessert werden. Wichtig ist: Ein allgemeines Übergewicht wird durch den Eingriff nicht beseitigt und gesunde Ernährung und sportliche Betätigung sind zur Aufrechterhaltung des Ergebnisses notwendig.

mabelle: Wie läuft eine Behandlung ab?

Dr. Jens Altmann: Früher wurden Fettabsaugungen unter Vollnarkose durchgeführt und es kamen dicke Kanülen zum Einsatz, um das Fett abzusaugen. Bereits in diesem Jahr haben wir an der Bodenseeklinik einige Korrektureingriffe an Patienten vorgenommen, die mit dicken Kanülen behandelt wurden. Wir führen Fettabsaugungen unter Anwendung der Tumeszenz-Lokalanästhesie tagtäglich in unserer Klinik durch. Dabei wird Kochsalzlösung – der man ein lokales Betäubungsmittel und weitere Medikamente zufügt – in die Problemzonen injiziert. Die Tumeszenzflüssigkeit wässert die Fettzellen, sodass das Fett dann anschließend mit dünnen Kanülen schonend abgesaugt werden kann. Insgesamt können so bis zu drei Liter reines Fett entfernt werden. Durch Verwendung von dünnen Kanülen in Kombination mit der Vibrationsabsaugung werden die Lymph- und Blutgefäße geschont, Dellenbildungen vermieden und die Narben fallen sehr unauffällig aus. Da es sich um sehr kleine Einstiche handelt, müssen diese nicht vernäht, sondern nur geklebt werden.

mabelle: Sind Komplikationen möglich?

Dr. Jens Altmann: Im Allgemeinen wird die Tumeszenz-Liposuktion sehr gut vertragen. Wie bei jeder Operation sind aber natürlich auch hier Komplikationen, wie Infektionen, Blutungen, Narben oder Dellenbildung, möglich. Zudem kann es in seltenen Fällen zu Thrombosen und Embolien kommen. Ist ein Patient allergisch gegen einen der Inhaltsstoffe der Tumeszenz- Lösung, kann eine Tumeszenz-Absaugung natürlich nicht durchgeführt werden. Menschen, die zu Blutgerinnselbildung neigen, sollten sich generell keiner Fettabsaugung unterziehen.

mabelle: Was sollte nach einer Fettabsaugung beachtet werden?

Dr. Jens Altmann: In der Regel kann der Patient einen Tag nach dem Eingriff nach Hause entlassen werden und ist nach wenigen Tagen wieder arbeitsfähig. Auf Sport sollte innerhalb der folgenden vier Wochen verzichtet werden, allerdings ist ausreichend Bewegung wichtig: Während des Eingriffs wird nicht die gesamte Menge der Tumeszenzflüssigkeit entfernt, weshalb die kleinen Einstichstellen der Kanülen noch eine Weile nässen können. Bei viel Bewegung scheidet der Körper diese Flüssigkeit schneller aus. Wichtig ist zudem, dass über einen Zeitraum von vier Wochen – Tag und Nacht – ein spezielles Kompressionsmieder getragen wird. Zur Unterstützung der Regeneration werden zudem abschwellende und entzündungshemmende Präparate verordnet.

Dr. Jens Altmann ist leitender Arzt der Bodenseeklinik und Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Er ist spezialisiert auf Brustchirurgie und Fettabsaugungen sowie auf Körperstraffungsoperationen.

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