Hyaluron oder Kollagen: Wirkstoffe in Medizin und Kosmetik - mabelle
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Der Wirkstoff findet in der ästhetischen Medizin kaum noch Anwendung - in der Kosmetik dafür umso mehr. Warum ist das so?

Blonde Frau hält ein Bügeleisen an ihre Wange

Hyaluronsäure statt Kollagen

Natürliche und synthetische Füllstoffe sind die metaphorischen Bügeleisen der Anti- Aging-Industrie. Ähnlich bahnbrechende Innovationen wie im Bereich des Wäschebügelns gab es in den letzten 70 Jahren auch auf dem Feld der ästhetischen Gesichtsglättung. Anfangs wurde durch die Injektion von flüssigem Silikon zwar eine permanente, aber auch nicht unproblematische Wirkung erzielt. Infektionen, Verkapselungen und Deformationen waren die Folge. Vor einigen Jahren kamen dann biologisch abbaubare Filler mit temporärer Wirkung auf den Markt. Während anfangs Kollagen die Hitliste der injizierbaren Filler anführte, hat ihr neuerdings die Hyaluronsäure den Rang abgelaufen.

Was der Körper kennt, verträgt er besser

Dr. Lijo Mannil, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Chefarzt der gleichnamigen Klinik am St. Vinzenz-Hospital in Köln, weiß warum: „Die meisten Mediziner und Patienten bevorzugen mittlerweile die Unterspritzung mit Hyaluronsäure, da es sich bei dieser um einen Baustein des menschlichen Zellgewebes handelt. Der Körper erkennt das nicht tierische, mikrobakteriell hergestellte Füllmaterial als körpereigen, es führt daher seltener zu allergischen Reaktionen als Kollagen.“ Um dieses Risiko zu minimieren, sollte zwei bis drei Wochen vor der Behandlung getestet werden, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

In Kosmetikprodukten kommt Kollagen nach wie vor zum Einsatz und birgt bei der äußeren Anwendung kaum Risiken. „Kollagen ist ein Strukturprotein und kommt in Knorpelknochen und Bindegewebe vor. Es besitzt eine starke Konsistenz und stabilisiert vornehmlich Sehnen und Bänder. Die Wirkungsweise von Kollagen wird vielseitig eingesetzt, auch in Mascara oder Lippenstiften. Zu den Gründen zählt der feuchtigkeitsspendende Film, den Kollagen hinterlässt“, so Dr. Mannil.

Kollagen ist tierischen Ursprungs, kann für die oberflächliche Anwendung aber auf pflanzlicher Basis imitiert werden. Statt tatsächlich Kollagen als Wirkstoff zu verwenden, setzen viele Produkte und kosmetische Treatments auf die Aktivierung der körpereigenen Kollagenproduktion.

Ursprung und Verwendung

Knochen, Knorpel, Bänder: Heißt das, Kollagen ist immer natürlichen, demnach tierischen Ursprungs? „Meines Wissens ja. Diese Strukturproteine treten nur bei tierischen Vielzellern auf, nicht aber in anderen Organismen wie Pflanzen oder Einzellern. Es lassen sich aber Kollagenimitate, beispielsweise aus Soja, synthetisch herstellen. Diese finden zum Teil in Kosmetika Anwendung. Für die Injektion unter die Haut sind sie aber nicht geeignet.“ Das Kollagen-Molekül ist zu groß, um die Hautbarriere zu passieren und spendet so nur oberflächlich Feuchtigkeit. Viele Produkte, die Kollagen im Namen tragen, enthalten den Stoff darum nicht als Bestandteil, sondern regen durch Wirkstoffkomplexe die Kollagenproduktion im Körper an. Der neueste Trend sind Kollagendrinks und -pulver. Bei regelmäßiger Einnahme versprechen sie festeres Bindegewebe, Milderung von Cellulite, kräftige Haare und ein glatteres Hautbild. What does the doc say? „Tiefe Falten können dadurch wahrscheinlich kaum reduziert werden“, Drinks unterstützen eher präventiv die Verbesserung des Hautbildes. „Vielmehr schützt ein gesunder Lebensstil mit ausreichendem Sonnenschutz und genügend Schlaf vor frühzeitiger Hautalterung“, rät Dr. Mannil. Endlose Partynächte, die in Burger mit Fritten gipfeln und einen tagelangen Kater nach sich ziehen, lassen die Haut ebenso schnell altern wie übermäßiger Stress im Job (machen aber definitiv mehr Spaß ...).

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