Kapselfibrose bei Brustimplantat - Symptome, Behandlung, Kosten und Vorbeugung einer Kapselfibrose
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Brustvergrösserung Kapselfibrose

Kapselfibrose nach Brustvergrößerung

Kapselfibrose bei der Anwendung von Brustimplantaten

Eine Kapselfibrose (auch Kapselkontraktur genannt) ist eine der häufigsten Komplikationen nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten. Es handelt sich dabei um eine Schrumpfung der Kapsel um das Implantat, welche mit einer Deformierung und Verhärtung des Implantats einhergeht.

Die Bildung einer Kapsel ist von Grund auf eine natürliche Immunreaktion des Körpers auf den Fremdkörper Implantat. Die im Wundheilungsprozess entstandene Kapsel fixiert das Implantat und kommt in der Konsistenz dem Brustgewebe sehr gleich. Liegt eine Kapselfibrose vor ist die Kapsel hart und drückt auf das Implantat. Es kommt zu Verhärtungen, Verformungen und Schmerzen.

Die Kapselfibrose kann zu jedem Zeitpunkt nach einer Brust-OP mit Implantat auftreten und kann entweder nur eine Brust oder beide Brüste betreffen.

Eine Kapselfibrose erkennen

Oft sind Frauen nach einer Brust-OP verunsichert, wenn sie Schmerzen spüren, sich die Brust unangenehm anfühlt oder plötzlich Veränderungen auftreten. Sind das die Vorboten für eine Kapselfibrose?

Manchmal können vorübergehende Beschwerden auf eine Überlastung zurückgehen - dies kommt innerhalb des ersten Jahres nach der OP häufig vor - oder Folge einer Entzündungsreaktion sein. Gibt es also Anzeichen, die eindeutig auf eine Kapselfibrose hindeuten?

Es gibt auf jeden Fall typische Symptome für eine Kapselfibrose, bei denen die Patientin umgehend ihren Chirurgen aufsuchen sollte. Denn letztlich kann nur ein Arzt klären, ob es sich tatsächlich um eine Implantatverkapselung handelt, die therapiert werden muss. Bei folgenden Beschwerden in einer oder beiden Brüsten liegt die Diagnose „Kapselfibrose“ nahe:

Symptome einer Kapselfibrose

  • Schmerzen und Spannungsgefühl in der Brust
  • Verformung der Brust und Veränderung der Implantatform
  • Verschiebung oder Verdrehung des Implantats
  • tastbare, harte Kapsel
  • Brustasymmetrien und Faltenbildung

Nach Baker lässt sich die Kapselfibrose in 4 Stadien einteilen, die als Baker-Stufen bezeichnet werden. Je nach Schweregrad kann eine leichte Verhärtung (Baker 1) bis hin zu einer ausgeprägten Kapselbildung und sichtbaren Deformierung (Baker 4) auftreten. 

Grad der Kapselfibrose nach Baker

Grad I - Normalzustand: weiche Konsistenz der Brust mit natürlichem Aussehen, keine sicht- oder tastbare Veränderung

Grad II - leichte Kapselfibrose: minimal verhärtete Konsistenz der Brust, weiterhin keine äußerliche Veränderung

Grad III - starke Kapselfibrose: Verhärtung der Brust mit sichtbarer Verformung, keine Schmerzen

Grad IV - ausgeprägte Kapselfibrose: deutliche Verhärtung der Brust mit begleitender Schmerzsymptomatik und starke Verformung

Behandlung der Kapselfibrose

Eine Möglichkeit zur Therapie einer Kapselfibrose bei einem Brustimplantat ist ein sogenannter Fibrosenschnitt bzw. endoskopische Kapsulotomie. Hierbei wird das narbig geschrumpfte Kapselgewebe eingeschnitten, wodurch das Implantat wieder mehr Platz bekommt.

Innovative Ultraschall-Methoden zur Behandlung von Kapselfibrosen setzen direkt am Bindegewebe an. Ein Ultraschallwellengenerator wirkt auf das Brustgewebe ein und fördert dessen Durchblutung und Sauerstoffversorgung. Dies führt zur Auflösung von bestehenden Fibrosen. Sofern es sich nicht um extrem ausgeprägte Kapselfibrosen handelt, können diese in mehreren Sitzungen effektiv therapiert werden.

Eine Kapselfibrose vom Schweregrad 3 und 4 weist eine starke Beschwerdesymptomatik ebenso wie ein schlechtes kosmetisches Ergebnis auf und kann in der Regel nur mit einer erneuten Operation behoben werden. Die Kapsel bzw. das Implantat wird dann komplett entfernt und ein neues Implantat eingesetzt.

Mehr zum Implantatwechsel

Vorbeugung einer Kapselfibrose

Das Auftreten einer Kapselfibrose ist niemals vollständig auszuschließen - auch wenn Untersuchungen den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Kapselbildung dokumentieren und die Erkenntnisse praktisch umgesetzt werden, um das Risiko zu minimieren.

In den letzten Jahren ist die Kapselfibroserate insgesamt gesunken, da vornehmlich die neuen strukturierten Brustimplantate verwendet werden. Verschiedenste Studien lieferten Ergebnisse, dass texturierte Implantate (aufgeraute Oberfläche) im Vergleich zu glatten Implantaten weniger Kapselkontrakturen nach sich ziehen. Obwohl die Bedeutung der Implantatstruktur für die Entwicklung einer Kapselfibrose unter Experten heute oft noch kontrovers diskutiert wird, geht man davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer ausgeprägten Kapselausbildung durchaus auch mit der Oberflächenbeschaffenheit des Implantats zusammenhängt. Der Einsatz von texturierten Implantaten ist daher empfehlenswert.

Auf Basis klinischer Patientendaten wird außerdem die Lage des Implantats als auslösender Faktor in der Entwicklung einer Kapselfibrose erörtert. Es gibt offensichtlich eine enge Beziehung zwischen der Lage des Implantats und dem Baker-Grad. Demnach soll das Kapselfibroserisiko bei Implantaten, die unter den Brustmuskel (submuskulär) gesetzt werden erheblich kleiner sein als bei Implantaten, die über dem Brustmuskel (subglandulär) liegen. Das bedeutet aber nicht, dass die submuskuläre Lage immer die beste Lösung ist. Wie das Implantat positioniert wird obliegt letztlich der Einschätzung des Chirurgen, welcher entsprechend der körperlichen Situation der Patientin die ästhetisch und medizinisch sinnvollste Methode wählen wird.

Zusätzlich zur Implantatlage und Implantatbeschaffenheit, die man mit der Kapselfibrose in Verbindung bringt, kann man präventativ gegen sie vorgehen. Moderne Systeme, die mit Ultraschallwellen arbeiten, verbessern die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Brustgewebes und können das Risiko für eine Kapselfibrose merklich verringern. Dies berichten verschiedene Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie, die die Ultraschallbehandlung in ihrer Praxis anbieten. Zur Vorbeugung einer Kapselfibrose können im besten Fall schon zwei prophylaktische Ultraschallsitzungen ausreichen.

Schließlich sollen auch regelmäßige Massagen das Risiko einer Kapselfibrose reduzieren.

Häufige Fragen zur Kapselfibrose

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