Brustvergrößerung mit Implantaten Alles Wichtige über das bewährte Verfahren

Die durchschnittliche Implantatgröße liegt in Deutschland bei etwa 320 ml je Brust, was etwa 2 Körbchengrößen entspricht, wenn ich das im Vergleich einordne.

Dr. med. Oliver Kloeters
Tiefes Dekollete

Mit Implantaten einfach und sicher zur Wohlfühl-Brust: Dr. med. Oliver Kloeters (proaesthetic Heidelberg) im Experten-Interview.

Wohlgeformte Brüste gehören zum Schönheitsideal der meisten Frauen. Viele, die damit jedoch von Natur aus nicht gesegnet wurden, fühlen sich im eigenen Körper oft unwohl. Die Patientinnen sprechen hierbei von einem Leidensdruck. Brustimplantate erfüllen seit vielen Jahren den Schönheitstraum vom volleren Busen. Wer sich für eine chirurgische Brustkorrektur interessiert, stellt sich jedoch schnell folgende Fragen: Was sind Brustimplantate eigentlich? Wie verläuft eine Brustvergrößerung mit Implantaten? Welche Risiken gibt es? Wie stark können die Brüste mit Implantaten vergrößert werden? Merke ich die Implantate nach dem Eingriff? Diese – und noch mehr Fragen – beantwortet der erfahrene Facharzt für Chirurgie und ärztliche Leiter der proaesthetic Heidelberg Dr. med. Oliver Kloeters hier für Sie im Interview.

myBody: Herr Dr. Kloeters, was genau sind Brustimplantate und für wen sind sie geeignet?

Dr. Kloeters: Brustimplantate bestehen aus einer Silikonhülle, die entweder mit Silikongel oder Kochsalzlösung gefüllt ist. Sie werden unter Vollnarkose operativ in die Brust der Patientin eingebracht, um diese zu vergrößern und zu straffen. Ich setze Brustimplantate insbesondere dann ein, wenn eine Vergrößerung um mehr als eine Körbchengröße gewünscht wird oder nicht ausreichend körpereigenes Fett für eine Brustvergrößerung mittels Eigenfett vorhanden ist.

Ein Hinweis bzw. Tipp von mir an dieser Stelle: Implantate gibt es in unterschiedlichen Formen, Größen und Profilen, sodass sie individuell an die jeweilige Körperform und das gewünschte Ergebnis angepasst werden können.

myBody: Wie läuft eine Brustvergrößerung durch Implantate ab?

Dr. Kloeters: Wichtig sind immer die ausführliche Befunderhebung und Beratung der Patientin. Ich schaue mir die vorliegende Brustform an und spreche mit der Patientin über ihre Wünsche. Stellt sich eine Brustvergrößerung mit Implantaten als zielführend heraus, wähle ich sorgfältig die richtige Form und Größe aus. Während der Operation verschaffe ich mir über eine von drei unterschiedlichen Schnittführungen Zugang zum Implantatbett, bringe das Implantat ein und vernähe die Wunde sorgfältig wieder.

myBody: Welche Schnittführungen gibt es und wann kommt welche zum Einsatz?

Dr. Kloeters: Der Zugang zum Implantatbett kann über drei Bereiche erfolgen: die Achselhöhle, die Unterbrustfalte und den Brustwarzenvorhofrand. Ich wähle die jeweilige Schnittführung abhängig von Implantatgröße und -platzierung sowie den individuellen Gegebenheiten der Patientin. Ein Schnitt in der Achsel bildet zum Beispiel keine sichtbaren Narben, dafür muss das Implantat den weitesten Weg zurücklegen, um seinen Platz zu erreichen. Die kürzeste Strecke hat es bei der Schnittführung in der Brustfalte. Auch hier ist die Narbe hinterher unsichtbar. Wünscht die Patientin zusätzlich eine Bruststraffung oder eine Verkleinerung der Brustwarzenvorhöfe, empfehle ich den Zugang über den Vorhofrand. Besteht jedoch ein Kinderwunsch, rate ich von dieser Methode ab, da die Milchgänge beschädigt werden könnten. Wie Sie sehen, gibt es viele Faktoren, die bei der Wahl der Schnittführung eine Rolle spielen. Deshalb ist die individuelle Beratung von großer Bedeutung.

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Dr. Oliver Kloeters ist ärztlicher Direktor und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit der Zusatzbezeichnung Handchirurgie in der Heidelberger Klinik proaesthetic.

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myBody: Wie stark können die Brüste mit Implantaten vergrößert werden?

Dr. Kloeters: Das kann ich nicht pauschal sagen. Welche Vergrößerung möglich bzw. sinnvoll ist, hängt immer von der Beschaffenheit und den Wünschen der individuellen Patientin ab. Die durchschnittliche Implantatgröße liegt in Deutschland bei etwa 320 ml je Brust, das entspricht ca. zwei Körbchengrößen.

myBody: Sind Brustimplantate immer als solche zu erkennen?

Dr. Kloeters: Hier kann ich ganz klar sagen: Nein, keineswegs. Viele denken bei dem Wort „Brustimplantat“ auch heute noch an einen übermäßig vergrößerten Busen, der Trend geht in Deutschland jedoch eher in Richtung der moderaten Vergrößerung. Hierzulande wünschen sich Frauen natürliche Ergebnisse und diese können auch mit Implantaten erzielt werden. Implantate werden oftmals unterhalb des Brustmuskels eingesetzt. Dieser dient als Übergang zwischen Implantat und Weichgewebe, sodass sich die Brust problemlos ohne Stufenbildung formen lässt.

myBody: Können Implantate platzen?

Dr. Kloeters: Nein, dank moderner Technik und hoher Sicherheitsstandards brauchen Patientinnen diese Komplikation in Deutschland nicht zu fürchten. Ich kläre jedoch darüber auf, dass bei Operationen im Ausland die Qualität des Implantats unter Umständen geringer sein kann. Hochwertige Silikonimplantate sind sehr belastbar und selbst wenn sie im Falle eines massiven Traumas, wie bei einem Autounfall oder einer Stichverletzung, beschädigt werden, verhindert das formstabile Kohäsivgel ein Austreten in den Körper der Patientin.

myBody: Welche Risiken birgt die Brustvergrößerung durch Implantate?

Dr. Kloeters: Sofern sie von einem erfahrenen Facharzt durchgeführt wird, handelt es sich um einen risikoarmen Eingriff. Ich weise jedoch darauf hin, dass wie bei jeder Operation Komplikationen wie Nachblutungen oder Entzündungen auftreten können. In seltenen Fällen kann eine Kapselfibrose entstehen. Diese kann jedoch gut behandelt werden. Durch moderne Implantate und OP-Techniken ist das Risiko einer Kapselfibrose mit weniger als fünf Prozent heutzutage wirklich verschwindend gering. Mein Rat an dieser Stelle: Achten Sie besonders auf die Erfahrung des behandelnden Chirurgen und die Qualität der verwendeten Implantate, da diese Faktoren maßgeblich zum Behandlungserfolg beitragen.

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