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Veganes & synthetisches Botox im Check

Was steckt wirklich dahinter?

Geprüfte medizinische Inhalte

Botulinumtoxin gehört zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen zur Behandlung von Mimikfalten. Gleichzeitig rücken Themen wie Nachhaltigkeit, Tierwohl und biotechnologische Herstellungsverfahren zunehmend in den Fokus. Immer häufiger werben Anbieter daher mit Begriffen wie „synthetisches Botox“, „tierversuchsfreies Botox“ oder „veganes Botox“. Doch was steckt tatsächlich hinter diesen Aussagen? Unser Faktencheck ordnet die wichtigsten Behauptungen anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse ein.

Veganes Botox: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Botulinumtoxin wird nicht synthetisch hergestellt, sondern biotechnologisch durch die Kultivierung von Clostridium botulinum gewonnen und anschließend aufgereinigt.[1]
  • Zellbasierte Prüfverfahren haben den früher eingesetzten LD50-Mäusetest bei bestimmten Botulinumtoxin-haltigen Arzneimitteln ersetzt und dadurch zur deutlichen Reduktion von Tierversuchen beigetragen.[2]
  • Ein vollständig ohne Tierversuche entwickeltes und geprüftes Botulinumtoxin-Arzneimittel kann derzeit nicht allgemein bestätigt werden. Allerdings wurden zellbasierte Prüfverfahren entwickelt, die den klassischen LD50-Mäusetest bei bestimmten Botulinumtoxin-Präparaten ersetzen können.[3]
  • Der Begriff „veganes Botox“ bezeichnet keinen neuen Wirkstoff. Je nach Anbieter kann sich die Bezeichnung auf ein Botulinumtoxin-Präparat mit bestimmten Eigenschaften oder auf andere ästhetische Verfahren beziehen.[1],[2],[4],[8]
  • Bezeichnungen wie „veganes Botox“ oder „synthetisches Botox“ beschreiben keine eigene Wirkstoffgruppe. Entscheidend ist, welcher Wirkstoff tatsächlich verwendet wird.[1],[2]

Veganes Botox für eine gezielte Faltenbehandlung

Positive Effekte
  • Glättung mimisch bedingter Falten
  • Entspannung der behandelten Gesichtsmuskulatur
  • natürliches und frisches Erscheinungsbild
  • Behandlung ohne operativen Eingriff
  • je nach Präparat weniger Tierversuche in der Qualitätskontrolle möglich
  • je nach Präparat ohne tierische Bestandteile
Nicht geeignet bei:
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Allergien gegen Bestandteile des Präparats
  • bestimmten neuromuskulären Erkrankungen (z. B. Myasthenia gravis)
  • akuten Infektionen oder Entzündungen im Behandlungsbereich

Alternativen zu Skinboostern

Operativ:

Facelift: umfassende, chirurgische Straffung

Midfacelift: chirurgische Straffung des Mittelgesichts

Ponytalelift: sanfte Mittel- und Obergesichtsstraffung

Mini-Facelift: leichtes Lifting; bekannt als Weekend-Lift

Nicht-operativ

Skinbooster: Unterstützung der Hautfestigkeit

Biostimulatoren: Hautstraffung durch gezielte Stimulationn

Hyaluronsäure-Filler: Straffung kleinerer Hautpartien

FaceTite: Radiofrequenz-Lifting für Gesichtshautstraffung

Ultherapy: Ultraschall-Therapie

Emface: Elektromagnetische Stimulation

Morpheus8: Mikroneedling und Radiofrequenz

Laserbehandlung: Hochenergetisches Licht

Behauptung: Botox wird synthetisch hergestellt

Bewertung: Falsch – Botulinumtoxin ist biotechnologisch hergestellt

Botulinumtoxin ist kein chemisch-synthetisch hergestellter Wirkstoff, sondern ein biologisch produziertes Protein. Es wird durch Kultivierung von Clostridium botulinum gewonnen und anschließend durch mehrere Aufreinigungs- und Verarbeitungsschritte für die Anwendung als Arzneimittel aufbereitet.[1] Der Begriff „synthetisches Botox“ ist medizinisch nicht definiert und bezeichnet keinen eigenständigen Botulinumtoxin-Wirkstoff.[1]

Behauptung: Für Botox werden heute noch Tierversuche durchgeführt.

Bewertung: Teilweise richtig – Tierversuche wurden teilweise ersetzt

Früher wurde die biologische Aktivität von Botulinum-Neurotoxin-haltigen Arzneimitteln mithilfe des sogenannten LD50-Mäusetests bestimmt. Dabei kamen Mäuse zum Einsatz. Inzwischen wurden zellbasierte Prüfverfahren entwickelt, die den Tierversuch bei bestimmten Botulinumtoxin-Präparaten ersetzen können und dadurch zur Reduktion von Tierversuchen beitragen.[2]

Die Einführung zellbasierter Prüfverfahren bedeutet nicht, dass Botulinumtoxin weltweit vollständig ohne Tierversuche entwickelt oder geprüft wird. Abhängig von Produkt, Hersteller und regulatorischen Anforderungen können Tierversuche in bestimmten Bereichen weiterhin erforderlich sein.[5]

Behauptung: Es gibt tierversuchsfreies Botox

Bewertung: Nicht pauschal – „tierversuchsfreies Botox“ ist produktabhängig

Einige Hersteller nutzen heute für die routinemäßige Chargenprüfung zellbasierte Testverfahren anstelle des früher eingesetzten LD50-Mäusetests. Dies stellt einen wichtigen Fortschritt im Sinne des Tierschutzes dar.[6]

Die Einführung dieser Ersatzmethoden bedeutet jedoch nicht, dass alle Entwicklungs- und Prüfprozesse von Botulinumtoxin-Arzneimitteln weltweit vollständig ohne Tierversuche erfolgen. Welche Prüfverfahren eingesetzt werden, hängt vom jeweiligen Präparat, Hersteller und den regulatorischen Anforderungen ab.[6],[7]

Behauptung: Synthetisches|veganes Botox ersetzt klassisches Botox

Bewertung: Irreführend – veganes Botox bezeichnet keinen neuen Wirkstoff

Begriffe wie „synthetisches Botox“, „veganes Botox“ oder „Bio-Botox“ bezeichnen keine eigene Botulinumtoxin-Wirkstoffgruppe. Zugelassene Botulinumtoxin-Präparate werden nach Wirkstoff, Subtyp und Handelsnamen klassifiziert. Botulinumtoxin Typ A wird biotechnologisch hergestellt und wirkt über die gezielte Hemmung der Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel, wodurch eine vorübergehende Entspannung der behandelten Muskulatur erreicht wird.[1],[2]

Die Bezeichnung „veganes Botox“ kann je nach Anbieter unterschiedlich verwendet werden. Sie beschreibt nicht automatisch einen neuen Wirkstoff oder eine neue Wirkstoffklasse. Bei einem Botulinumtoxin-Präparat bleibt der eigentliche Wirkstoff weiterhin Botulinumtoxin; die Bezeichnung kann sich vielmehr auf bestimmte Eigenschaften des Präparats, beispielsweise die Zusammensetzung oder Herstellungsprozesse, beziehen. Andere Anbieter verwenden den Begriff hingegen für Verfahren ohne Botulinumtoxin.[4],[8]

Davon zu unterscheiden sind sogenannte Botox-Alternativen, die nicht auf Botulinumtoxin basieren. Dazu zählen beispielsweise kosmetische Wirkstoffe wie Peptide oder injizierbare Verfahren zur Verbesserung der Hautqualität. Diese verfolgen zwar teilweise ein ähnliches ästhetisches Ziel, wirken jedoch über andere biologische Mechanismen und ersetzen die muskelentspannende Wirkung von Botulinumtoxin nicht.[4]

Ein Nachweis, dass solche alternativen Verfahren eine vergleichbare Wirksamkeit wie Botulinumtoxin erreichen oder den Wirkstoff vollständig ersetzen können, liegt derzeit nicht vor.[1],[4]

Behauptung: Veganes Botox wirkt genauso wie herkömmliches Botox

Bewertung: Ja – wenn es sich um dasselbe Botulinumtoxin handelt

Der Begriff „veganes Botox“ beschreibt keinen neuen Wirkstoff. Botulinumtoxin wird weiterhin biotechnologisch mithilfe des Bakteriums Clostridium botulinum hergestellt und ist kein synthetisch erzeugtes Molekül.[1]

Bezieht sich die Bezeichnung „veganes Botox“ auf ein Botulinumtoxin-Präparat mit einer bestimmten Zusammensetzung oder Herstellung, bleibt der Wirkmechanismus unverändert: Botulinumtoxin blockiert die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin an der Kontaktstelle zwischen Nerv und Muskel. Dadurch wird die Muskelaktivität vorübergehend reduziert und mimische Falten können geglättet werden.[1],[2]

Unterschiede können jedoch bei den verwendeten Hilfsstoffen, Herstellungsverfahren oder Prüfmethoden bestehen. Moderne zellbasierte Prüfverfahren ermöglichen bei bestimmten Präparaten eine Reduktion von Tierversuchen in der Qualitätskontrolle.[3],[6],[7] Ob ein Produkt als „vegan“ oder „tierversuchsfrei“ bezeichnet werden kann, hängt daher vom konkreten Präparat und dessen Herstellungsprozess ab.

Für die Wirksamkeit ist entscheidend, dass derselbe Wirkstoff in vergleichbarer Dosierung und Anwendung eingesetzt wird – nicht allein die Bezeichnung „vegan“.

Fazit: Das steckt hinter veganem Botox

Botulinumtoxin wird biotechnologisch aus Clostridium botulinum hergestellt und ist kein synthetischer Wirkstoff. Gleichzeitig hat sich die Qualitätskontrolle in den vergangenen Jahren weiterentwickelt: Für bestimmte Botulinumtoxin-Präparate kommen heute anerkannte zellbasierte Prüfverfahren zum Einsatz, wodurch Tierversuche reduziert werden konnten.[1],[2],[3]

Ein vollständig synthetisches Botulinumtoxin gibt es nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht. Auch die Bezeichnung „tierversuchsfrei“ muss differenziert betrachtet werden, da moderne Ersatzmethoden bestimmte Tierversuche in der Qualitätskontrolle ersetzen können, jedoch nicht automatisch alle Entwicklungs- und Prüfprozesse eines Arzneimittels umfassen.[3],[6],[7]

Der Begriff „veganes Botox“ beschreibt keinen neuen Wirkstoff, sondern kann – je nach Anbieter – auf bestimmte Eigenschaften eines Botulinumtoxin-Präparats oder auf andere ästhetische Verfahren Bezug nehmen. Wird darunter ein Botulinumtoxin-Präparat verstanden, bleiben Wirkstoff und Wirkmechanismus unverändert.[1],[2],[8]

Entscheidend ist daher nicht die Bezeichnung „vegan“ oder „synthetisch“, sondern welches konkrete Präparat verwendet wird, welche Eigenschaften es aufweist und welche wissenschaftlichen Daten zu Wirksamkeit, Sicherheit und Herstellung vorliegen.[1],[2],[4]

Falten weg mit Botox: ein Erfahrungsbericht

Viele Menschen denken bei dem Thema Botox an maskenhafte Gesichter, ein unnatürliches Aussehen und starre Gesichtzüge. In der Realität – insbesondere in den Händen eines erfahrenen Facharztes – verhilft Botox lediglich dabei, die Muskeln an der betroffenen Stelle zu entspannen und somit die Falten zu glätten. Die Bloggerin Swantje Bernsmann hatte ebenso Vorurteile gegenüber Botox. Als sie sich jedoch dazu entschloss, ihre Zornesfalte auf der Stirn mittels Botuliniumtoxin A behandeln zu lassen, änderte sich ihre Meinung und sie spricht von einem natürlichen Ergebnis und der Erleichterung, nun nicht mehr auf ihren strengen Blick angesprochen zu werden.

Swantje nach ihrer Botox-Behandlung

„Mir war und ist es bis heute wichtig, dass man die ‘Lahmlegung’ nicht sieht. Ich will nicht klassisch gebotoxt oder gespritzt aussehen. [...] Der Mini-Eingriff ist bis heute niemandem aufgefallen – außer ich habe das Thema angesprochen. [...] Ich bin nach der dritten Behandlung wirklich zu 100% happy mit dem Ergebnis. Die Falte ist weg, mein negativer Gesichtsausdruck auch und ich sehe immer noch aus wie ich.“

Swantje Bernsmann, Bloggerin nach der Botoxbehandlung und OHNE Zornesfalte

Erfahrungsbericht: Botox gegen Zornesfalte

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Quellennachweise zu Botox

Quellenverzeichnis: medizinische Fachverbände

Die Informationen auf dieser Seite basieren auf der redaktionellen Zusammenarbeit mit folgenden renommierten Fachverbänden:

Quellennachweis: Einzelnachweise

1. Aoki KR, Guyer B (2001): Pharmaceutical, Biological, and Clinical Properties of Botulinum Neurotoxin Type A Products. Drugs in R&D. PMC: pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4359186/ (zuletzt abgerufen am 06.08.2026)
2. Bundesgesundheitsministerium (BMG): Botulinum-Neurotoxin enthaltende Arzneimittel. Bundesgesundheitsministerium: www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/b/botulinum-neurotoxin-enthaltende-arzneimittel (zuletzt abgerufen am 05.08.2026)
3. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Alternative method to animal experiments used for testing Botulinum Neurotoxin-containing medical products. Bundesinstitut für Risikobewertung: www.bfr.bund.de/en/press-release/alternative-method-to-animal-experiments-used-for-testing-botulinum-neurotoxin-containing-medical-products (zuletzt abgerufen am 04.08.2026)
4. Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC): Fakten-Check Botulinumtoxin – Was stimmt wirklich?: www.dgaepc.de/fakten-check-botulinumtoxin-was-stimmt-wirklich/ (zuletzt abgerufen am 06.08.2026)
5. European Medicines Agency (EMA) (2012): ICH guideline S6 (R1) – Preclinical Safety Evaluation of Biotechnology-Derived Pharmaceuticals. European Medicines Agency: www.ema.europa.eu/en/ich-s6-r1-preclinical-safety-evaluation-biotechnology-derived-pharmaceuticals (zuletzt abgerufen am 05.08.2026)
6. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Alternativmethode zum Tierversuch für die Prüfung von Botulinum-Neurotoxin enthaltenden Arzneimitteln: www.bfr.bund.de/presseinformation/alternativmethode-zum-tierversuch-fuer-die-pruefung-von-botulinum-neurotoxin-enthaltender-arzneimittel/ (zuletzt abgerufen am 04.08.2026)
7. Fonfria E, et al. (2023): Replacement of the Mouse LD50 Assay for Determination of the Potency of Abobotulinumtoxin. A with a Cell-Based Method in Both Powder and Liquid Formulations. Toxins. PubMed: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37235349/ (zuletzt abgerufen am 06.08.2026)
8. Plastische Chirurgie Dr. Sattler: Veganes Botox® – Innovative Faltenbehandlung mit DAXXIFY®. www.plastische-chirurgie-sattler.de/veganes-botox/ (Quelle zur Verwendung des Begriffs „veganes Botox“ im klinischen Sprachgebrauch; kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis.) (zuletzt abgerufen am 05.08.2026)

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