Polynukleotide vs. Skinbooster: Was wirkt?
Welche Behandlung verbessert die Hautqualität wirklich? Im Check
Polynukleotide und Skinbooster gehören derzeit zu den gefragtesten Anti-Aging-Behandlungen ohne OP. Beide sollen die Haut frischer, glatter und strahlender erscheinen lassen. Doch obwohl sie oft in einem Atemzug genannt werden, verfolgen sie unterschiedliche Ansätze. Während klassische Skinbooster vor allem Feuchtigkeit in die Haut bringen, sollen Polynukleotide zusätzlich Reparatur- und Regenerationsprozesse anstoßen.
Doch was sagt die Studienlage? Welche Behandlung wirkt nachweislich besser – und für wen eignet sich welches Verfahren?
Kurzfazit
- Skinbooster verbessern vor allem die Hautfeuchtigkeit und sorgen für einen frischen Glow.[1]
- Polynukleotide zielen stärker auf Regeneration, Kollagenbildung und Hautqualität ab.[2]
- Die Evidenz für Hyaluronsäure-basierte Skinbooster ist derzeit umfangreicher als für Polynukleotide.[3]
- Die bisherigen Daten zu Polynukleotiden sind vielversprechend, beruhen jedoch überwiegend auf kleineren Studien und Reviews.[4]
- Beide Verfahren verfolgen unterschiedliche Therapieansätze und können sich ergänzen.[5]
Inhalte auf dieser Seite
Was sind Skinbooster?
Skinbooster sind injizierbare Präparate, die meist aus niedrig vernetzter oder unvernetzter Hyaluronsäure bestehen. Anders als klassische Filler sollen sie kein Volumen aufbauen, sondern die Haut von innen mit Feuchtigkeit versorgen.
Die Hyaluronsäure wird oberflächlich in die Haut eingebracht und kann dort Wasser binden. Dadurch wirkt die Haut häufig glatter, praller und strahlender. Typische Behandlungsareale sind Gesicht, Hals, Dekolleté und Hände.[1]
Nachgewiesene Effekte von Skinboostern
Studien und klinische Erfahrungen zeigen vor allem Verbesserungen bei:
- Hautfeuchtigkeit
- Hautglätte
- feinen Linien
- Hautausstrahlung
- oberflächlicher Hautstruktur[1]
Mehrere Untersuchungen berichten zudem über eine erhöhte Patientenzufriedenheit und eine sichtbare Verbesserung des Hautbildes nach wenigen Wochen.[6]
Was sind Polynukleotide?
Polynukleotide sind gereinigte DNA-Fragmente, die meist aus Lachs-DNA gewonnen werden. Anders als Hyaluronsäure sollen sie nicht primär Wasser speichern, sondern biologische Reparaturprozesse in der Haut aktivieren.[2]
Labor- und klinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass Polynukleotide die Aktivität von Fibroblasten stimulieren können. Diese spielen eine zentrale Rolle bei der Produktion von Kollagen, Elastin und körpereigener Hyaluronsäure.[8]
Dadurch verfolgen Polynukleotide einen anderen Ansatz als Skinbooster:
- Förderung der Geweberegeneration
- Unterstützung der Kollagenbildung
- Verbesserung der Hautelastizität
- Stärkung der Hautbarriere
- langfristige Verbesserung der Hautqualität[2]
Was sagt die wissenschaftliche Evidenz?
Wirksamkeit von Skinboostern und Polynukleotiden
Skinbooster
Hyaluronsäure-basierte Skinbooster werden seit vielen Jahren eingesetzt. Die Wirkweise von Hyaluronsäure sowie ihre Fähigkeit zur Wasserbindung sind gut untersucht. Mehrere klinische Studien zeigen Verbesserungen bei Hydration, Elastizität und Hautstruktur.[3]
Eine systematische Übersichtsarbeit zu injizierbaren Hyaluronsäure-Behandlungen beschreibt konsistente Verbesserungen der Hautqualität bei gleichzeitig guter Verträglichkeit.[3]
Polynukleotide
Die Evidenzlage zu Polynukleotiden in der ästhetischen Medizin wächst derzeit kontinuierlich. Eine systematische Übersichtsarbeit zeigt Hinweise auf Verbesserungen von Hautelastizität, Hauttextur und Faltentiefe, weist jedoch gleichzeitig darauf hin, dass die bisherige Studienlage noch begrenzt ist und überwiegend kleinere Patientenkollektive umfasst.[4]
Die Autoren der Review betonen zudem, dass weitere hochwertige, randomisierte Studien notwendig sind, um die klinische Wirksamkeit und Standardisierung der Anwendung besser zu belegen.[4]
Unabhängig davon deuten mechanistische Untersuchungen darauf hin, dass Polynukleotide als biostimulierende Substanzen wirken und regenerative Prozesse in der Haut unterstützen können. Dazu zählen insbesondere die Aktivierung von Fibroblasten sowie die Förderung zellulärer Reparaturmechanismen im Gewebe.[2]
Skinbooster & Polynukleotide - Häufig gestellte Fragen
Sind Skinbooster oder Polynukleotide besser für Feuchtigkeit und Glow?
Für intensive Hydration und einen frischen, strahlenden Teint bieten Skinbooster derzeit die bessere Evidenz. Die enthaltene Hyaluronsäure bindet Wasser direkt in der Haut und kann so relativ schnell für ein pralleres und hydratisierteres Hautbild sorgen.[3]
Sind Skinbooster oder Polynukleotide besser für die langfristige Hautqualität?
Polynukleotide unterstützen die natürlichen Regenerationsprozesse der Haut und fördern die Neubildung von Kollagen und Elastin. Im Gegensatz zu Skinboostern steht dabei weniger die sofortige Hydration, sondern vielmehr die nachhaltige Verbesserung der Hautqualität im Vordergrund.
Mehrere Studien berichten über Verbesserungen der Hautelastizität, Hautdicke und Hautstruktur durch regenerative Prozesse im Gewebe.[4,7] Die Ergebnisse entwickeln sich dabei meist schrittweise über mehrere Wochen und wirken besonders natürlich.
Kann man Skinbooster und Polynukleotide kombinieren?
Ja. Da beide Behandlungen unterschiedliche Wirkmechanismen haben, können sie sich sinnvoll ergänzen. Während Skinbooster vor allem die Hautfeuchtigkeit verbessern, fördern Polynukleotide die Regeneration und Biostimulation der Haut. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von Hautzustand und Behandlungsziel ab.
Können Polynukleotide Skinbooster ersetzen?
Nach aktuellem Kenntnisstand eher nicht.
Skinbooster und Polynukleotide adressieren unterschiedliche Aspekte der Hautalterung und werden von vielen Behandlern inzwischen als komplementäre Verfahren betrachtet.[5]
Skinbooster
Fokus auf Feuchtigkeit
Schneller Frischeeffekt
Hyaluronsäure als Hauptwirkstoff
Gut etablierte Datenlage
Besonders geeignet bei trockener Haut
Polynukleotide
Fokus auf Regeneration
Langsamerer Aufbauprozess
DNA-Fragmente als Hauptwirkstoff
Noch begrenzte Evidenz
Interessant bei nachlassender Hautqualität
Risiken und Nebenwirkungen: Polynukleotide und Skinbooster
Beide Behandlungen gelten grundsätzlich als minimalinvasiv.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:
- Schwellungen
- Rötungen
- Blutergüsse
- Druckempfindlichkeit an den Einstichstellen[3]
Diese Reaktionen sind meist vorübergehend und klingen innerhalb weniger Tage wieder ab.[4,8] Schwere Komplikationen sind selten, können bei allen Injektionsbehandlungen jedoch grundsätzlich auftreten.
Fazit: Polynukleotide oder Skinbooster?
Wer vor allem unter trockener, fahler Haut leidet und einen schnellen Frischeeffekt sucht, fährt mit einem klassischen Skinbooster meist besser.
Polynukleotide sind besonders interessant für Menschen, die ihre Hautqualität langfristig verbessern möchten und auf regenerative Prozesse setzen. Die bisherigen Studienergebnisse sind vielversprechend, reichen aber noch nicht aus, um Polynukleotide als eindeutig überlegen einzustufen.
Aktuell spricht die Evidenz dafür, dass beide Verfahren unterschiedliche Stärken besitzen – und je nach Ausgangssituation sogar sinnvoll kombiniert werden können.
Erfahrungen mit Polynukleotiden oder Skinboostern
Die myBody® Redaktion fasst regelmäßig Erfahrungsberichte aus der ästhetischen Medizin zusammen, um einen praxisnahen Einblick in Behandlungen mit Skinboostern und Polynukleotiden zu geben.
Patienten berichten dabei häufig von einer schrittweisen Verbesserung der Hautqualität. Skinbooster werden vor allem mit einem intensiven Feuchtigkeitsboost und einem frischen Glow in Verbindung gebracht, während Polynukleotide eher für eine nachhaltige Verbesserung von Hautstruktur und Elastizität stehen.
In den Wochen nach der Behandlung wirkt die Haut bei vielen Anwendern gleichmäßiger, vitaler und erholter. Besonders geschätzt wird das natürliche Ergebnis ohne Veränderung der Gesichtszüge.
Quellennachweise zu Biostimulatoren
Quellenverzeichnis: medizinische Fachverbände
Quellennachweis: Einzelnachweise
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